CD - Rezensionen

Ceremonials – Florence and the machine

Florence IS a machine!“, schrieb der Rolling Stone einst über Florence Welch, die rothaarige Frontfrau der Formation „Florence and the machine“.

Als ich Florence das erste Mal vor über 2 Jahren singen hörte, war mir sofort klar- die ist etwas Besonderes!!!!- und dem Rest der Welt wohl auch, denn die Geschichte der Band liest sich fast schon wie ein Märchen.

Das Debutalbum „Lungs“ erschien am 6. Juli 2009 in Großbritannien und am 10. Juli 2009 in Deutschland.

Auf ihr großes Live-Debut im September 2010 bei den MTV Video Music Awards folgten zahlreiche Interviews, Live-Auftritte, Konzerte und so ereichte „Lungs“ in den USA Platz 14 der Album Charts.

Überdies wurde die Band in der Kategorie „Best New Artist“ 2011 für den Grammy nominiert.

Mit der einzigen in Deutschland veröffentlichten Single „You got the love“ feierte die Band ihren bisher größten Erfolg. Diese erreichte Platz 5 in den britischen Single Charts.

Am 28. Oktober 2011 erschien das lang ersehnte Album „Ceremonials“ und schoß sofort nach seinem Erscheinen auf Platz eins der britischen Albumcharts. „Ceremonials“ verkaufte sich bis heute bereits 2 Millionen Mal weltweit, wurde mit den Brit Awards und dem Mercury Price ausgezeichnet!

Ceremonials“ ist gewohnt dunkel (wenn auch düsterer als sein Vorgänger), auf eine Art und Weise „robust“ und grenzenlos romantisch…

Der „Lungs“- Nachfolger entstand in den legendären Abbey Road Studios unter Top- Produzent Paul Epworth.

Anhand der Platte kann man lediglich erahnen, wie groß das Aufgebot an Chrosängern, Keyboards, Gitarren, Streichern, Harfen etc. gewesen sein muss, um die Songs in ein derart episches Gewand zu kleiden. Über all dem thront die unglaublich-unvergleichliche Stimme von Florence Welch, …- mal voller Power und sehr Gospel-lastig zum donnernden Schlagzeug von „Lover to Lover“, mal zerbrechlich, aber immer durchsetzt von großer innerer Stärke- „schreit und weint“ sie über Keyboards und Gitarren hinweg.

Florence scheint besessen…besessen von Romantik, Leben und Liebe- Liebe in all ihren Facetten- (und längst nicht nur den „guten“) und gewinnt so einen hohen Grad an Authenzität…..sie wirkt in ihren Texten sehr reif, erwachsen und lebenserfahren…:

…“Regrets collect like old friends
Here to relive your darkest moments
I can see no way, I can see no way
And all of the ghouls come out to play

And every demon wants his pound of flesh
But I like to keep some things to myself
I like to keep my issues strong
It’s always darkest before the dawn“…

…“I am done with my graceless heart
So tonight I’m gonna cut it out and then restart
Cause I like to keep my issues strong
It’s always darkest before the dawn“…

Mit einem Hang zur Melodramatik im positivsten Sinne führt uns „Ceremonials“ durch

turbulente Balladen voll treibendem Schlagzeug, choralen Gesängen, Harfenspielereien und lässt sich zwischen Gospel, Rock, keltischen Melodien und Pop nicht wirklich so recht einordnen – aber das ist auch gut so- Florence and the machine bleiben nach wie vor ein Original, setzen nicht auf Altbewehrtes sondern erfinden sich mit ihrem neuen Werk noch einmal selbst neu. Mit „Lungs“ haftete ein immenser Druck auf der Band, an den bestehenden Erfolg anzuknüpfen…..man könnte meinen, die Band meisterte diese Hürde mit Leichtigkeit und übertraf alle Erwartungen – mit „Ceremonials“ setzen sie sogar noch einen drauf!

Lediglich das Video zur ersten Single „What the water gave me“ – inspiriert durch Frida Kahlos großartiges Gemälde- erinnert dezent an die in Großbritannien erschienene Single „Rabbit Heart“.

Mit dem von perfekt akzentuierten Streichern durchsetzten „Breaking down“ gehört „What the water gave me“ ganz klar zu meinen ganz persönlichen Favouriten!

Ein weiterer ganz bedeutender ist definitiv das durch und durch epische „No light, no light“.

Der Song ist schier unbeschreiblich und schon ein einziges Hören bedarf schlicht keiner Worte mehr! Eine Hymne, wie man sie selten zu hören bekommt!

Ceremonials“ ist zweifelsohne ein sehr britisches Album……irgendwo angesiedelt unter Souxsie and the banshees, PJ Harvey und Kate Bush.

Bei „Lover to Lover“ lassen sich im Übrigen deutliche Paralellen zu Adele erkennen.

Trotz des Erfolgs sind Florence and the machine eine „ehrliche Band“, die es einfach irgendwie geschafft haben. Vielleicht liegt hier ein Teil ihres Erfolgs begraben……vielleicht sollte man aber auch gar nicht allzu tief nach dem Erfolgsrezept der Band graben und die für unsere Zeit so erfrischend „andere“, Musik geniessen, deren Ziel– so möchte man meinen- pure Überwältigung ist!

Anspieltips: „What the water gave me“

Shake it out“

No light, no light“

http://www.amazon.de/Ceremonials-Florence-Machine/dp/B005NF3LKI

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